Im Oktober präsentiert die Frankfurter Buchmesse, das weltweit größte Branchentreffen, die Premiere eines wegweisenden, dreisprachigen Literatur-Grafikprojekts, das den Kriegserfahrungen von Frauen eine starke Stimme verleiht.
Gefördert von Creative Europe der EU vereint das Projekt drei renommierte Autorinnen: Ani Asatryan aus Armenien, Ekaterine Togonidze aus Georgien und Vira Kuryko aus der Ukraine.
Grenzüberschreitende literarische Zusammenarbeit
Jede Autorin arbeitete mit einer Illustratorin bzw. einem Illustrator zusammen, die bzw. der in einem offenen Wettbewerb ausgewählt wurde: Luka Lashkhi (Georgien), Astghik Harutyunyan (Armenien) und Sofia Pokorchak (Ukraine).
Unter der redaktionellen Leitung von Mikheil Tsikhelashvili verbindet das Werk mündliche Zeugnisse, Archivforschung und visuelles Storytelling zu eindrucksvollen kurzen Graphic Stories.
Der Beitrag von Ani Asatryan verknüpft Berichte heutiger armenischer Frauen mit der Geschichte von Maro, einem Kind in einem Waisenhaus während des Ersten Weltkriegs, und zieht eindringliche Parallelen zwischen damaligen und heutigen Nöten.
Das Buch thematisiert die begrenzte globale Aufmerksamkeitsspanne und die Kluft zwischen erlebter Tragödie und öffentlichem Bewusstsein.
Das Projekt erscheint als gemeinsame Veröffentlichung der ARI Literature Foundation (Armenien), Komora (Ukraine) und der Georgian Literature Initiative (Georgien) unter der Mentorschaft von Reinhard Kleist, Träger des renommierten Max-und-Moritz-Preises.
Mit mehr als 180.000 Fachbesucher*innen bietet Frankfurt eine entscheidende Plattform, um Übersetzungsrechte zu sichern und ein weltweites Publikum zu erreichen.
Eine Autorin verbindet Kulturen und Geschichte
Die vielfach ausgezeichnete armenische Autorin und Chevening-Stipendiatin der University of Sussex lehrt außerdem an renommierten Einrichtungen wie der UC Berkeley und der Universität Basel.
Sie ist bekannt für ihre unverwechselbare Verbindung von narrativen, visuellen und historischen Elementen.
Das Projekt zeigt nicht nur die transformierende Kraft von Literatur und künstlerischem Ausdruck, sondern unterstreicht auch die Bedeutung kultureller Erinnerung und grenzüberschreitender Zusammenarbeit, um historische wie aktuelle Fragen besser zu verstehen.